Förderschule: Verschiedene kreative Vorlieben

Förderschule: Verschiedene kreative Vorlieben

Interviewserie: Kreativitätsförderung von Kindern

Kinder sind neugierig, lieben die Herausforderung, wollen die Welt entdecken und fragen ihren Eltern ein Loch in den Bauch: sie sind unsere Zukunft und Kreativität ist eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft. Jedes Kind verfügt von Geburt an über kreative Potenziale. Wichtig ist es, einen Rahmen zu schaffen, indem sich Kinder kreativ entfalten können. Freiheit, Zeit und Ermutigung spielen hier eine große Rolle. Aber wie werden Kinder eigentlich in ihrer Kreativität gefördert? Dieser Frage wollen wir mit unserer Interviewreihe „Kreativitätsförderung bei Kindern“ auf den Grund gehen. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir mit einer Person aus der Kindertagespflege, einer Kindertagesstätte, einem Waldorfhort, einer Grundschule und einer Förderschule gesprochen.

Madita (31) hat Förderschullehramt, mit den Schwerpunkten Heil- und Sonderpädagogik, im Fach Deutsch studiert. Sie arbeitet an einer Förderschule im Main-Kinzig-Kreis, wo sie ihre eigene Klasse unterrichtet. Von Kunst bis Mathematik lehrt sie alle Fächer. Zurzeit befinden sich ihre elf Schüler*innen in der zweiten Klasse. 


Inwiefern hast du im Förderschullehramt-Studium etwas über Kreativität gelernt? 

Über reine Kreativität an sich eigentlich gar nicht. Nur im Zusammenhang abwechslungsreicher Unterrichtsgestaltung. 

Inwiefern wurdest du auf die Kreativitätsförderung vorbereitet? 

Im Deutschstudium hatte ich ein komplettes Modul zum Thema „kreatives Schreiben für Kinder“. Dort haben wir verschiedene Methoden gelernt, um den Schreibprozess so zu gestalten, dass die Kinder mehr Lust daran haben. 

Was machst du im Unterricht, um die Kreativität der Kinder gezielt zu fördern? 

Das kommt immer auf das Fach an. Wenn ich beispielsweise Kunst unterrichte, lasse ich den Kindern gerne kreative Freiheit und lasse sie selbst entscheiden mit welchen Materialien sie ihr Werk zum aktuellen Thema gestalten wollen. In Mathe ist das schon schwieriger. Natürlich ist es auch irgendwo kreativ, einen Rechenweg darzustellen, jedoch muss die Lösung trotzdem stimmen und die neuen Inhalte müssen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt sitzen. Teilweise ist es schwierig Kreativität miteinzubringen, da durch den Lehrplan schon viel vorgegeben wird. 

Unterscheidet sich die Kreativitätsförderung zwischen Jungen und Mädchen? 

Meine Förderung unterscheidet sich nicht. Die Kinder bekommen alle das gleiche Lehrangebot, egal ob Mädchen oder Jungen – die Herangehensweise der Kinder unterscheidet sich aber. 

Unterscheiden sich Mädchen und Jungen in Bezug auf ihre kreativen Vorlieben? 

In meiner Klasse sehe ich das ziemlich deutlich. Ich habe elf Kinder in meiner Klasse, davon sind zwei Mädchen. Und gerade in Fächern wie Kunst oder wenn es darum geht in Deutsch eine Geschichte zu schreiben, da sind die Mädchen oft engagierter. Die geben sich gerne auch mal mehr Mühe, während die Jungs eher darauf hinaus zielen möglichst schnell fertig zu sein. 

Haben die Kinder die Möglichkeit, sich in der Klasse selbstständig kreativ zu beschäftigen? Wenn ja, inwiefern? 

Im normalen Unterrichtsalltag eher weniger. Im Nachmittagsunterricht werden verschiedene AGs angeboten, da können die Kinder dann auch so etwas wie kreatives Gestalten wählen. 

Was ist Kreativität für dich? 

Die Freiheit der Gedanken. Kreativität fängt für mich damit an, dass man in der Lage ist, sich etwas vorzustellen, was sich im besten Fall auch umsetzen lässt. Dass man nicht so engstirnig ist. Ich finde Kreativität hat auch viel mit Fantasie zu tun. 

Wie wichtig ist Kreativität für Kinder? 

In meinen Augen ist Kreativität für Kinder sehr wichtig, weil sie sich so die Welt eher selbst gestalten können – und das macht das Leben generell schöner. 

Wer ist deiner Meinung nach kreativer – Mädchen oder Jungen? 

Ich finde da kommt es immer auf den kreativen Bereich an. Wenn man an das typische Basteln und Malen denkt, was viele unter Kreativität verstehen, sind die Mädchen da schon geschickter. Aber wenn es zum Beispiel um die Spieleentwicklung geht, sind Jungs auch total kreativ. Ich glaube, da muss man immer schauen, um welche Art von Kreativität es sich gerade handelt. Das kann man nicht so einfach verallgemeinern. 


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