Für euch gesehen: Das kreative Gehirn

Für euch gesehen: Das kreative Gehirn

Seit April 2019 kann „Das kreative Gehirn“ auf Netflix gestreamt werden. Der US-amerikanische Neurowissenschaftler und Autor David Eagleman erkundet in dem Dokumentarfilm den Ursprung unserer Kreativität und interviewt dafür einige der kreativsten Köpfe unserer heutigen Zeit.


Der Neurowissenschaftler und Autor David Eagleman begleitet den Zuschauer durch die Dokumentation.
© Kris Krug / Creative Commons

Titel: Das kreative Gehirn
Genre: Dokumentarfilm
Erschienen bei: Netflix (2019)
Dauer: 52 min
Audio: Englisch | Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch
Drehbuch: David Eagleman
Regie: Jennifer Beamish & Toby Trackman 

Darum geht’s:

Der Dokumentarfilm veranschaulicht, wie facettenreich Kreativität ist und wie viel davon in unserem Alltag gefordert wird. Egal ob in der Musik, auf dem Papier, im Labor oder beim Animieren von Filmen – allem Schöpferischen liegt die Kreativität zugrunde. David Eagleman besucht während der Dokumentation die verschiedensten Menschen in ihrem kreativem Arbeitsumfeld. In kurzen Interviews erzählen die kreativen Köpfe, wie sie auf ihre Ideen kommen und was ihnen hilft, ihre Kreativität zu fördern (Verlinkung: Kreativitätstechniken (Artikel ist noch nicht online)) und ihr kreatives Potenzial auszuschöpfen.

Direkt zu Beginn zeigt die Wissenschaftlerin Michelle Khine mit ihrer alltäglichen Arbeit in einem Forschungslabor: Kreativität ist nicht nur in den bildenden Künsten oder der Musik zu finden, auch Technologie setzt Kreativität voraus. In der Forschung ist die Basis von erfolgreicher Weiterentwicklung Neues zu entdecken, schaffen und kreieren.

Der Architekt Bjarke Ingels beschreibt Kreativität als „Vorstellung einer Welt, wie sie sein könnte“. Kreativität bedeutet die Mitgestaltung unserer Zukunft. Nathan Myhrvold war Chief Technical Officer bei Microsoft, heute arbeitet er als unabhängiger Forscher. In seinem Kreativlabor zeigtNathan Myhrvold: Der menschlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nathan hat sich in seinem Leben nicht nur auf einen einzigen, kreativen Bereich beschränkt, sondern forscht und experimentiert themenübergreifend auf zahlreichen verschiedenen Gebieten – von alternativen Atomreaktoren über Dinosaurier, Asteroiden und Kamerasystemen bis hin zu Rezepten für Kochbücher. Laut Nathan entsteht Kreativität nicht aus dem Nichts heraus. Kreativität entsteht durch das Nutzen von Dingen, die schon da sind, und das Übertragen des vorhandenen Wissens in einen neuen Kontext. Daher sei es für ihn besonders wichtig, seinen Fokus nicht nur auf einen Bereich zu beschränken, sondern stetig seinen Horizont und sein Wissen zu erweitern. 

In der Dokumentation wird auch der aktuelle Stand der Neurowissenschaft genauer unter die Lupe genommen. In kurzen Erklärsequenzen erfährt der Zuschauer aus neurowissenschaftlicher Sicht, wo Kreativität entsteht und welche Voraussetzungen unser menschliches Gehirn für kreative Einfälle bietet.

Der Dokumentarfilm gibt einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen von kreativen Köpfen und wie diese ihre Kreativität wecken. Allgemein ist die Doku eher inspirierend als wissenschaftlich basiert. Zu guter Letzt bleibt allerdings ein Kritikpunkt: In den Hauptinterviews kommen insgesamt nur drei Frauen zu Wort, drei Viertel der Interviewten sind männlich. Vielleicht sollte Frau Jordan auch hier mal ans Werk.

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