Für euch gesehen: Frau Jordan stellt gleich

Für euch gesehen: Frau Jordan stellt gleich

Vor kurzem wurde „Frau Jordan stellt gleich“ auf dem Streamingportal „Joyn“ veröffentlicht. Was sich erstmal trocken anhört, ist tatsächlich das neue Werk des „Stromberg“ – Schöpfers Ralf Husman und weist einige Parallelen dazu auf. Die Comedyserie beweist, dass man sich dem Thema Gleichstellung auch mit Humor nähern kann.


Vor kurzem wurde „Frau Jordan stellt gleich“ auf dem Streamingportal „Joyn“ veröffentlicht.
Quelle: obs/Joyn; Credits: Joyn/Johanna Brinckman

Titel: Frau Jordan stellt gleich
Erschienen bei: Joyn.de
Autor: Ralf Husman
Produktion: Pro7Sat1 Media

Darum geht’s: Eva Jordan (Katrin Bauerfeind) ist Leiterin der Gleichstellungsbehörde im Stadthaus einer nicht näher bezeichneten Kleinstadt. So setzt sie sich an wechselnden Schauplätzen für mehr Gleichberechtigung ein. Dabei kommen ihr immer wieder Hindernisse, wie der sexistische Bürgermeister Brinkmann, in die Quere. Obwohl Frau Jordans Abteilung dabei kein Fettnäpfchen auslässt, meistert sie letztlich auf kreative Art und Weise (fast) jede Herausforderung auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung für die Stadt.

Auch wenn die Serie in die Kategorie Comedy fällt und entsprechend genügend lustige Szenen á la „Stromberg“ vorhanden sind, stellt sie dennoch kritische Fragen und nähert sich ernsthaft dem schwierigen Thema der Gleichstellung an. Zum Beispiel wird diskutiert, wieso Aktzeichnungen als Kunst bezeichnet werden, leicht bekleidete Frauen auf Werbeplakaten oder in Magazinen aber als Sexismus.„Frau Jordan stellt gleich“ regt auf humorvolle, kreative Art und Weise zum Nachdenken über gesellschaftliche Probleme wie Diskriminierung an. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf Sexismus und die Diskriminierung von Frauen, sondern beleuchtet auch andere Ebenen der Ungleichheit. In einer Folge setzt sich Frau Jordan etwa für einen Mann ein, der als Kindergärtner abgelehnt wird, weil in dem Kindergarten nur Betreuerinnen erwünscht sind. An anderer Stelle kämpft sie für die Ehe eines Cis- und eines Transmannes. Sie stellt immer wieder fest, dass es unterschiedliche Auffassungen von Gleichstellung gibt, etwa wenn Frau Jordan in einen Streit mit einer orthodoxen Katholikin gerät, die sich durch die offene Auslebung von Homosexualität belästigt und diskriminiert fühlt. Dies sei laut Bibel verboten und die Gesellschaft nehme darauf keine Rücksicht.

Des Weiteren beleuchtet die Serie Motive bzw. Gründe für Sexismus und/oder den geringen Widerstand gegen dieses Praktiken. Zum Beispiel bemängelt Frau Jordan die knappe Bekleidung einer Damenvolleyballmannschaft. Die Mannschaft selbst sieht dies unproblematisch, da es die Spielerinnen nicht störe und man nur so mit den Zuschauerzahlen im Männervolleyball mithalten könne und lukrative Werbedeals bekäme.

„Frau Jordan stellt gleich“ gelingt es, schwierige Gleichstellungsthemen unterhaltsam und zugleich mit der nötigen Ernsthaftigkeit darzustellen. Staffel 1 gibt es seit dem 23. September kostenlos auf dem Streamingportal „Joyn“. Ob eine zweite Staffel geplant ist, wurde noch nicht verraten.

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