Kreative Köpfe: Alice Schwarzer

Kreative Köpfe: Alice Schwarzer

Provokation ist ihr Stichwort, für Aufsehen sorgte sie schon immer: Alice Schwarzer, die wohl bekannteste Feministin Deutschlands. Sie ist eine der Frauen, die den Grundstein der feministischen Bewegung in Deutschland legte und damit nicht nur Freunde gewann.


Alice Schwarzer, die 1942 in Wuppertal zur Welt kam, ist eine bedeutende Journalistin und Publizistin unserer Zeit. Über 40 Bücher, darunter mehrere Bestseller, eine eigene feministische Zeitschrift (EMMA) und unzählige andere Publikationen entsprangen ihrer Feder. Mit ihren Veröffentlichungen gab sie den damals unterdrückten Frauen eine Stimme, bewegte Tausende auf die Straße und begann den öffentlichen Diskurs über die Rolle der Frau. Sie kann wohl auf ein mehr als turbulentes Leben zurückblicken.

Alice Schwarzer bei der ROMY 2009 TV-Preisverleihung in Wien
Bildquelle: wikicommons

Schon früh ist Alice Schwarzer klar, dass sie Journalistin werden will. Sie interessiert sich mit großer Leidenschaft für Politik und beschließt mit 21 Jahren nach Frankreich zu gehen um dort ein Volontariat zu absolvieren. In Paris, ihrer zweiten Heimat, arbeitet sie nicht nur als Journalistin, sondern studiert auch Soziologie und Psychologie. Im Jahr 1970 wird sie eine der Pionierinnen der Pariser Frauenbewegung MLF (Mouvement de Liberation des Femmes).
Nachdem im Jahr 1970 in einem Magazin 343 Französinnen öffentlich erklärten „Wir haben abgetrieben“, überzeugte Alice Schwarzer die Zeitschrift „Stern“ davon, die Aktion auch in Deutschland zu starten. Und in Deutschland fanden sich sogar noch mehr mutige Frauen, die ein Geständnis ablegten.

„Das Bekenntnis der 374 wurde zur Lawine, die Tausende mitriss. Und zur Initialzündung für die Neue Frauenbewegung.“

Zitat Schwarzer in einem Artikel in der EMMA (Die Stern-Aktion und ihre Folgen)

Das Heft erschien 1971 und brachte die feministische Bewegung in Deutschland ins Rollen. Unter anderem gestanden auch prominente Frauen wie Romy Schneider bereits abgetrieben zu haben und gaben so in der Öffentlichkeit zu, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Von diesem Zeitpunkt an engagierten sich ich immer mehr Frauen für die Abschaffung von Paragraph 218. Alice Schwarzer organisiert zusammen mit anderen Feministinnen Demonstrationen. Hunderttausende gehen auf die Straße, um gegen die Ungerechtigkeiten laut zu werden. Sie schreibt Bücher, darunter ihren ersten Bestseller „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ in dem Frauen offen über Sexualität, Unterdrückung und Liebe sprechen, der die Gesellschaft 1975 spaltet. Für die eine Hälfte wird sie zur Freundin, für die andere zur Hexe. Bis heute ist Alice Schwarzer als radikale Feministin eine durchaus streitbare Figur. Doch eins ist sicher: Mit ihrer Art quer zu denken und Dinge auszusprechen über die andere lieber schweigen bewegte sie alle.


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