Kreative Köpfe: Banksy

Kreative Köpfe: Banksy

Als Banksy ist ein britischer Graffiti-Künstler mittlerweile weltweit bekannt. Wer sich hinter dem Pseudonym versteckt, weiß bis heute keiner so genau. Banksy schafft es seit Jahrzehnten erfolgreich, seine Identität geheim zu halten – sein richtiger Name sowie auch sein Alter sind nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass Banksy aus Bristol kommt und Mitte 40 ist.


Bekannt wurde Banksy vor allem durch seine gesellschaftskritischen Schablonen- Graffitis, auch Stencils genannt. Das erste Mal tauchten seine Werke bereits Anfang der 1990er Jahre an den Wänden von Bristol auf, Ende der 90er dann auch in London. Mittlerweile sind seine satirischen Werke nicht nur an den Wänden Europas, sondern über den ganzen Globus verteilt zu finden. Den absoluten Durchbruch brachte Banksy das Graffiti „flower thrower“ im Jahr 2005, gesprüht an die Mauer der Westbank in Israel – zu sehen ist ein blumenwerfender Demonstrant. 

Die Kunst von Banksy ist nicht schön, malerisch oder lässt Raum für Interpretation – sie ist deutlich und laut, macht auf konkrete Missstände aufmerksam und regt zum Nachdenken an. Banksy veröffentlichte bisher drei Bücher im Eigenverlag: „Banging your head against a brick wall“, im Jahr 2001 in Schwarzweiß, „Existencilism“, 2002 in Farbe und „Cut it out“ 2004. In den Büchern können seine Kunstwerke bewundert und seine Gedanken als Kommentare dazu gelesen werden.

Aktuell hängen bis Januar 2020 einige seiner ursprünglich weniger bekannten Indoor-Kunstwerke in dem Moco-Museum in Amsterdam. Das Museum ist eigentlich ein Widerspruch in sich – auch wenn sich scheinbar alles um die Kunst von Banksy dreht, schwebt über all dem doch etwas, das der Künstler immer wieder kritisiert: Kapitalismus. Die Werke können nur gegen Eintrittsgelder in der ‘Laugh Now’ Ausstellung betrachtet werden. Die Crux: Die Ausstellung wurde nie von Banksy autorisiert und das Museum schlägt ganz allein Profit aus den Werken des Streetart-Künstlers.

„Girl with Balloon“

In der Vergangenheit positionierte sich Banksy bereits klar zum heutigen millionenschweren Kunstmarkt. Das berühmte Bild „Girl with Balloon“ wurde letztes Jahr für knapp 1,2 Millionen Euro ersteigert. Kurz nach der Versteigerung lief das Kunstwerk bis zur Hälfte durch einen im Rahmen verborgenen Schredder, zur Überraschung aller Teilnehmer der Auktion. Seit der spektakulären Transformation trägt das Kunstwerk den Titel „Love is in the bin“.

Youtube-Video Auktion: Girl with balloon.

Auch in diesem Jahr kritisierte Banksy öffentlich eine Versteigerung seines Gemäldes „Devolved Parliament“, welches Anfang Oktober für elf Millionen Euro verkauft wurde. Auf dem Gemälde sind Affen statt Abgeordneter im Britischen Parlament zu sehen – eine Kritik an der aktuellen politischen Lage in Großbritannien. Banksy kommentierte die Versteigerung in Millionenhöhe auf Instagram mit den Worten: „Eine Schande, dass es nicht mehr mir gehörte“. 

Banksy – ein kreatives Genie

Neben Graffitis überlegte sich Banksy verschiedene kreative Geniestreiche: Heimlich positionierte er kleine Kunstwerke an den Wänden der bekanntesten Museen, unter anderem im MoMA in New York, dem Louvre in Paris und dem British Museum – welche lange Zeit unentdeckt blieben. Im Jahr 2005 druckte er auf 10 Pfund Noten das Gesicht von Prinzessin Diana anstatt der Queen, zu lesen ist auf den Geldscheinen „Banksy of England“. Auf der Rückseite des Scheins stehen unter dem Porträt von Charles Darwin die Worte „Trust no one“ – vertraue niemanden. Einige dieser Scheine brachte er auf einem Straßenfest im Londoner Stadtteil Notthing Hill in Umlauf. 

Youtube-Video: Welcome to Gaza.

Im Jahr 2015 veröffentlichte Banksy ein satirisches Video unter dem Titel „Willkommen in Gaza“, das viral ging. In dem Video zeigt Banksy das Ausmaß der Bombardierungen des Gazastreifens durch die israelische Luftwaffe. Einer der zynischen Untertitel lautete: „Die Einheimischen mögen es hier so sehr, dass sie nie gehen – weil sie nicht dürfen.“ In den vergangen Jahren thematisierte Banksy mit seinen Schablonen-Graffitis vor allem den europäischen Umgang mit Geflüchteten und den Klimawandel.

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