Kreative Köpfe: Carolin Kebekus

Kreative Köpfe: Carolin Kebekus

Carolin Kebekus zählt heute zu einer der bekanntesten deutschen Comedians. Die 39-Jährige aus Bergisch Glattbach hatte jedoch keinen einfachen Start ins Entertainment Business: Von Ablehnung weiblicher Boyband Fans über Kritik an ihren Äußerungen zu aktuellen Debatten – Kebekus sah sich mehr als einmal genötigt ihre Ansichten und ihr Comedyprogramm zu verteidigen. Letztlich etablierte sie sich als eine erfolgreiche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Stand-up-Comedienne, die nicht aus der deutschen Szene wegzudenken ist.


Foto: Von Sven Mandel – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

Ihre Anfänge

Geboren in Bergisch Glattbach als Tochter einer gutbürgerlichen Familie und aufgewachsen in Köln-Ostheim, war Kebekus in der Schule schon laut und auffällig. Von Mitschülern als jemand mit einer großen Fantasie beschrieben, zeigte sie in ihren Leistungskursen großes Interesse am Lesen von Theaterstücken. Da ihr Abiturschnitt nicht für eine direkte Zulassung für den Studiengang Theaterwissenschaft reichte, nutzte sie die Wartesemester für ein Praktikum beim Fernsehsender RTL: Diese Chance markierte den Start ihrer Karriere.

Start ins Business

Fünf Jahre lang arbeitete sie für die Produktionsfirma: Zunächst als Praktikantin, dann als Produktionsassistentin. 2006 wurde sie schließlich festes Mitglied im Team der Comedysendung „Freitag Nacht News“. Ihre Parodie des „Tokio-Hotel“ Sängers Bill Kaulitz brachte eine große Welle der Ablehnung inklusive Drohungen der Fangemeinde mit sich. Die mediale Aufmerksamkeit, wenn auch negativ, führte letztlich zu Kebekus Durchbruch im Fernsehen.

Kebekus als Bill Kaulitz in RTLs „Freitag Nacht News“
Video: YouTube

Seither reitet die 39-Jährige auf einer nicht endenden Erfolgswelle. Sendungen wie ZDFs „Heute Show“ und ihre Comedy-Show „Pussy Terror TV“ gehören zu den Meilensteinen ihrer Karriere. Doch wie alle Komiker wollte Carolin Kebekus ihren Erfolg nicht nur vor den Fernsehkameras ausleben, sondern sich als Frau auch auf der Bühne beweisen.

Stand-up als Frau

In dieser von Männern dominierten Branche, fand sie sich oft mit Selbstzweifeln konfrontiert. Ihre Devise „alles lustig zu finden, was in der Hose passiert“, kam beim Publikum anfangs nicht an. „Auf der Bühne zu versagen ist hart. Und als Frau möchte man schon, dass einen alle lieb haben. Es ist schwer, mit solchen Rückschlägen umzugehen. Ich wollte auch aufhören und nur noch Sketche und Fernsehen machen, weil ich dachte, das mit dem Stand-up kann ich vielleicht doch nicht“, sagte sie damals unicum.de über ihre Sorgen. Eine Rückkehr zum Fernsehen und somit der Bühne endgültig den Rücken zu kehren, war keine Option für die engagierte Frau. Ihre vulgären Witze blieben aber für ihr Programm unvermeidbar. Durch ihre Standhaftigkeit und den Ehrgeiz sich von weiterhin folgender Kritik nicht abschrecken zu lassen, wurde Carolin Kebekus zu einer der populärsten Komikerinnen Deutschlands.

Der Status der Frau im Entertainment-Business

Kebekus bemängelte, dass in dieser Branche kreativen Frauen zu selten eine Plattform gegeben werde und wenn dies passiere, würden die Frauen gegeneinander ins Rennen geschickt. „Im Patriarchen-Kopf gibt es wohl nur Platz für eine Königin. Und das ist natürlich Quatsch“, so Kebekus.
Dieses in der Comedy-Branche herrschende Motto „Fressen oder gefressen werden“, wenn es um erfolgreiche Frauen geht, erklärte sich Kebekus mit dem Exhibitionisten-Gen. Diese Gen sich öffentlich zu präsentieren, mache die Frau angreifbar und verletzlich. Hierzu nahm sie klar Stellung: „Ich glaube, dass viele Frauen, die es (Stand-Up-Comedy) mal ausprobieren, nach einer schlechten Erfahrung direkt wieder aufhören. Jungs sagen dagegen: „Die Leute waren ein bisschen schwierig. Aber ich war eigentlich ganz geil.“

Das Handtuch werfen gehört bei den Frauen keineswegs zur Norm. Sie sind lustig. Sie sind zwar nicht gleichberechtigt und in der Kabarett- und Comedyszene weniger vertreten als Männer, doch sie beweisen eines: Deutschland lacht auch über und mit Enissa Amani, Cindy aus Marzahn, oder eben Carolin Kebekus.

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