Kreative Köpfe: Kate Tempest

Kreative Köpfe: Kate Tempest

Die Britin Kate Tempest ist ein Multitalent. Sie arbeitet als Spoken-Word-Artistin, Lyrikerin, Theater- und Romanautorin. 
Sie hat zahlreiche Lyrikbände, Alben und Theaterstücke veröffentlicht, ihr erster Roman „Worauf du dich verlassen kannst“ erschien 2016. 2013 gewann sie für ihre Spoken-Word-Performance „Brand New Ancients“ den Ted Hughes Award. Ihr neuestes Album „The Book of Traps and Lessons“ erschien 2019. 
Kate Tempest (1985) wächst in Südlondon auf. Als Jugendliche treibt sie sich in der ansässigen linken Szene herum und lebt in besetzten Häusern. Sie bricht die Schule früh ab und arbeitet in einem Plattenladen, abends steht sie auf Poetry Slam-Bühnen. Sprache und Literatur faszinierten sie schon immer.  „Der bloße Vorgang des Lesens machte mich glücklich, seit ich drei oder vier Jahre alt war.“ 
Später fängt sie ein Studium der englischen Literatur an. Mit ihrer Band „Sound of Rum“ tourt sie durch Europa, Amerika und Australien. 

„Redet verdammt nochmal miteinander!“

Auf der Bühne macht sie ihrem Pseudonym Tempest, übersetzt „Sturm“, alle Ehre. Sie peitscht die Worte mit so einer Wucht und Dringlichkeit nach vorne, so dass es unmöglich ist, sich ihr zu entziehen. Sie ist Meisterin im Beobachten ihres Umfelds, in ihren Texten verarbeitet sie die sozialen und politischen Missstände unserer Zeit. Immer wiederkehrende Motive sind Gentrifizierung, Einsamkeit, Entfremdung und Empathie.
Ihr Roman „Hold your own“ porträtiert das raue Großstadtleben und die Konflikte, die es mit sich bringt. Ihre Figuren leben in London, sie alle suchen das Glück, stattdessen fühlen sie sich einsam und werden von Existenzängsten geplagt. 
Die Künstlerin spricht in Interviews oft davon, dass obwohl wir technisch so verbunden seien wie nie zuvor, wir uns immer mehr voneinander entfernen.

„Es ist so schwer, dass Menschen sich ehrlich zeigen, sich mitteilen und zugeben, wie es ihnen geht – redet verdammt nochmal miteinander!“

Kate Tempest
Kate Tempest auf dem Haldern Pop Festival 2017.
Quelle: Wikipedia

„Wacht auf und liebt euch mehr.“

Kate rappt in ihrem Album „Let them eat chaos“ gegen die emotionale Kälte an. 
„Das Ziel ist, dass wir uns am Ende der Platte nicht auf das konzentrieren, was uns trennt, sondern auf das, was wir gemein haben. Unter dem stürmischen Himmel sind wir alle Menschen, die an der Nase herumgeführt werden.“ 
Der passende Satz am Ende des Albums ist simpel und doch dringliche Botschaft: „Wacht auf und liebt euch mehr.“
Die Londonerin bezeichnet sich selbst als Wortkünstlerin: „Für mich ist Literatur, Lyrik heilig. Das ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens, Teil meiner Verbindung zum Universum. Ich habe das Gefühl, dass wenn man kreativ ist, dann trägt es einen manchmal an den eigenen Ursprung, so fühlt es sich jedenfalls an, wenn ich auf der Bühne stehe, oder wenn ich im Studio bin.“

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