Kreative Köpfe: Kim Petras

Kreative Köpfe: Kim Petras

Kim Petras lebt den amerikanischen Traum: Die 27-jährige Sängerin aus Deutschland ist im Alter von 19 Jahren nach Los Angeles gezogen, um ihre Karriere als Popsängerin ins Rollen zu bringen. Seit ein paar Jahren erobert sie nun dort die Charts. Was man nicht denkt, wenn man das Popsternchen mit dem typischen seitlichen Dutt sieht: Kim wurde als Tim geboren.


Kim Petras ist transgender. Vor ihrer Musikkarriere wurde sie zunächst dadurch bekannt, dass sie die weltweit Jüngste ist, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen hat. 
Mit zwei Jahren begann Kim, Kleider zu tragen und ihre Haare wachsen zu lassen. Sie litt sehr unter dem Druck, ein Junge sein zu müssen.

„Ich konnte mich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, wollte es weg haben. Ich bin mit einer Schere durch mein Zimmer gerannt, um mich davon zu befreien.“

– Kim Petras im Interview mit der Zeit

Quelle: Harders, Antje (2018): „Kim Petras – ‘Ich wollte mich mit einer Schere davon befreien‘“; auf Zeit.de

Glücklicherweise waren Kims Eltern schon damals sehr verständnisvoll und informierten sie über geschlechtsangleichende Operationen. Auch dank psychologischer Betreuung ging es Kim von da an besser, da sie wusste, dass ihre Situation nicht aussichtslos ist. Mit zwölf Jahren hat sie ihren Namen von Tim zu Kim geändert und fing an, weibliche Hormone zu nehmen und ihren außergewöhnlichen und sehr femininen Modestil auch in der Schule auszuleben. Allerdings verspürte sie starken sozialen Druck in der Schule und der Öffentlichkeit. Musik half ihr, davon abzuschalten.

Kim Petras drückt ihre Femininität gerne durch ihre Kleidung aus. Im Musikvideo zu „Heart To Break“ möchte sie eine „Transgender Disney Prinzessin“ verkörpern.
(Quelle: YouTube)

Freddie Mercury, Cyndi Lauper, Britney Spears. Das war meine Flucht. So konnte ich vergessen, dass mich in der Schule fast alle hassten und dass ich im falschen Körper steckte. Die Musik hat alles Negative aus meinem Leben gelöscht.“

– Kim Petras im Interview mit der Zeit

Quelle: Harders, Antje (2018): „Kim Petras – ‘Ich wollte mich mit einer Schere davon befreien‘“; auf Zeit.de

Mit 16 Jahren wurde sie operiert und ließ damit ihren Körper ihrem wahren Geschlecht angleichen.
Die Liebe zur Musik teilte Kim mit ihrer Familie und hat oft gemeinsam mit ihren Schwestern gesungen. Eine Dokumentation über Carol King löste den Wunsch aus, Popstar zu werden. 

In LA ging auf einmal alles ganz schnell

Kims Musikkarriere fing 2007 damit an, selbstaufgenommene Songcover auf YouTube hochzuladen. Doch schon bald war ihr das nicht genug. In Deutschland fand sie allerdings nicht die musikalische Unterstützung, die sie brauchte. Man sagte ihr, sie sei perfekt für Nischenmusik, da sie transgender ist. Aber Kim liebt und macht Mainstream-Popmusik. Sie wurde abgewiesen, da sich das in Deutschland nicht verkaufen würde.
Deshalb verschlug es sie mit 19 Jahren nach Los Angeles – allein und ohne große finanzielle Mittel. Sie verbrachte die meisten Stunden des Tages in Tonstudios, nahm Demos auf, schrieb mehrere Songs pro Tag, stellte sich und ihre Musik Produzenten vor, schlief nachts auf der Studiocouch.
Aber auch in den Staaten traf sie auf einige Hindernisse. Für ihren Geschmack machten die Leute ein zu großes Thema aus ihrer Vergangenheit und wollten entweder nicht mit ihr arbeiten oder sagten ihr, sie solle die Tatsache, dass sie transgender ist, entweder verstecken oder für den Erfolg benutzen. Aber Kim wollte keins von beidem. Sie wollte einfach Musik machen und kämpfte sich durch.

Kim Petras‘ Logo zeigt sie mit ihrem Markenzeichen: Der seitliche Dutt.
(Quelle: YouTube)

Nachdem sie einen Song für Fergie von den Black Eyed Peas schrieb, ging alles ganz schnell und zahlreiche Produzenten waren an ihr interessiert. Mit 22 unterschieb sie einen Vertrag als Songwriterin bei der Plattenfirma BMG. Im August 2017 folgte dann der Durchbruch als Sängerin: Ihr Song „I Don‘t Want It At All“ erreichte Platz 1 der Spotify Global Viral 50 Charts.
Viele weitere Singles folgten, darunter auch die Hitsingle „Heart To Break“ und im Juni 2019 veröffentlichte Kim schließlich ihr Debütalbum „Clarity“ und ging parallel dazu auf Tour. Weniger als drei Monate später erschien ihr zweites Album „Turn Off The Light“

Heute kann Kim Petras über 3 Millionen monatliche Hörer auf Spotify vorzeigen und hat neben ihrer eigenen Musik auch Songs für Stars wie Rihanna geschrieben. In Deutschland steht ihr der große Durchbruch noch bevor, aber in den USA zählt sie schon zu den angesagtesten Sternchen am Pophimmel und die „New York Times“ nennt sie „Princess of Gloss.“ Ihr nächstes Ziel?

„Ich will immer weiter machen, immer besser werden. Mein nächstes Ziel ist natürlich, eine Nummer eins zu haben.“

– Kim Petras im Interview mit der Zeit

Quelle: Harders, Antje (2018): „Kim Petras – ‘Ich wollte mich mit einer Schere davon befreien‘“; auf Zeit.de

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